Manou Antweiler: Platz zwei unter schwierigen Bedingungen // Aris Michail: Nullrunde trotz starker Leistung

Manou Antweiler hat sich im Yamaha R6-Cup mit abbauenden Regenreifen und driftender Maschine auf dem Nürburging auf den zweiten Platz bugsiert.

Aris Michail war auf dem TT Circuit in Assen im ersten Regenrennen des Red Bull Rookies Cups schon auf Podestkurs, bevor ihm ein Sturz einen Strich durch die Rechnung machte. Auch den zweiten Lauf unter trockenen Bedingungen konnte er nicht beenden und ging kurz vor dem Ziel nach einem spektakulären Abflug zu Boden.


30.06.2014 – Manou Antweiler (18) fährt wieder: Im Team AC MoTec / Bergau bestreitet er die nächsten Rennen im Yamaha R6-Dunlop-Cup als Ersatzfahrer für den Türken Cagri Coskun. Schon in Oschersleben war er dabei und fuhr trotz längerer Trainingspause auf Anhieb Platz acht ein. Auf dem Nürburgring konnte er im zunächst trockenen Qualifikationstraining Startplatz vier herausfahren und stand somit in der zweiten Startreihe. In der ersten Reihe stand Max Fritzsch aus Sachsen auf der Pole Position neben dem mit Maximalpunktzahl in der Meisterschaft führenden Österreicher Lukas Trautmann auf Platz zwei und Dominik Engelen aus Leverkusen auf Platz drei. Nachdem es zum Abschlusstraining geregnet hatte, trocknete die Strecke nicht mehr ab, und das Rennen wurde als Wet Race gestartet. Antweiler führte nach dem Start die Meute aus 33 Fahrern zunächst an, fiel dann aber zwischenzeitlich auf Platz fünf zurück und musste sich wieder nach vorne kämpfen. Während des Rennens trocknete die Ideallinie immer mehr ab, so dass die Regenreifen allmählich Auflösungserscheinungen zeigten. Diese halb nassen und halb trockenen Verhältnisse liegen Manou Antweiler besonders gut: „Ich habe vollstes Vertrauen zu meinem Motorrad und großen Spaß gehabt.“ meinte der Moto Nord Pilot später, und das obwohl der Ritt auf den zerstörten Regenreifen einem Eiertanz glich, bei dem er querstehend aus den Kurven driftete. Am Ende musste er sich nur Trautmann geschlagen geben, auf Platz drei folgte Maurice Ullrich aus Wörrstadt. In der Meisterschaft steht Antweiler, der die ersten drei Rennen verpasst hatte, nun auf Platz neun.

 

Lukas Trautmann und Manou Antweiler

Manou Antweiler (rechts) nimmt den Glückwünsch vom Sieger Lukas Trautmann entgegen (Foto: Felix Wiessmann)

 

Die wie immer bestens besuchte MotoGP Veranstaltung im nieder­ländischen Assen wurde auch dieses Jahr Schauplatz von zwei Läufen der höchsten Nachwuchs-Liga im Motorradstraßenrennsport, dem Red Bull Rookies Cup. Die 23 jungen Piloten fuhren mit Ihren KTM Moto3 Maschinen die Startpositionen auf dem TT Circuit unter trockenen Bedingungen aus, die Pole Position konnte sich der Lokalmatador und Geheimfavorit Bo Bendsneyder sichern. Der Hamburger Aris Michail (16) erzielte Startplatz 13 und stand somit in der fünften Reihe. Assen ist für seine wechselhaften Wetterverhältnisse bekannt, und so hoffte der Moto Nord Pilot auf nasse Bedingungen, die ihm besonders gut liegen. Tatsächlich kam es so: Der erste Lauf wurde als Wet Race gestartet. Während vorne die Italiener Stefano Manzi und Manuel Pagliani, der Spanier Jorge Martin, der Australier Olly Simpson und der Japaner Soushi Mihara um die Führung kämpften, fuhr Aris Michail immer weiter nach vorne. Nachdem zunächst Manzi und dann Simpson stürzten, lag Michail auf Platz vier. Er fuhr regelmäßig die beste Rundenzeit des gesamten Feldes, bis ihm fünf Runden vor Schluss ein kleiner Patzer beim Runterschalten vor der ersten Kurve nach der Start-Ziel-Geraden („Haarbocht“) passierte: Das Hinterrad blockierte und Michail kam von der Strecke ab, er konnte nur mit Mühe über den rutschigen Kunstrasen wieder zurückkehren. Weil sich der Abstand zum vor ihm liegenden Jorge Martin dadurch wieder vergrößert hatte, wollte Michail zu schnell zu viel und kam durch einen Ausrutscher in der berüchtigten, engen „Strubben“-Kurve zu Sturz. Wie sich hinterher herausstellte, hätte er am Ende auch ohne die Aufholjagd auf Martin auf dem Podest gestanden, weil kurz darauf Pagliani seinen zweiten Platz mit einem Sturz wegwarf. Es gewann schließlich Mihara vor Martin und dem Briten Bradley Ray.

 

Aris Michail

Vor seinem Renneinsatz hofft Aris Michail darauf, dass die Regenreifen zum Einsatz kommen

(Copyright: GEPA pictures/ Gold and Goose/ Gareth Harford)

 

Der zweite Lauf fand unter trockenen Bedingungen statt und das niederländische Ausnahmetalent Bo Bendsneyder lieferte sich einen atemberaubenden Zweikampf mit Jorge Martin. Michail fuhr meist als Zwölfter über die Ziellinie, war aber in den ersten Sektoren schneller als der Türke Toprak Razgatlioglu und der Südafrikaner Darryn Binder, so dass er immer wieder auf Platz zehn vorfuhr. Den Kontrahenten gelang es aber wiederum, auf der Gegengeraden vor der letzten Schikane die Positionen wieder zurückzuerobern. Für die letzte Runde fasste der Hamburger den Entschluss, den Spieß umzudrehen, und Razgatlioglu und Binder vor der Schikane („Geert Timmer Bocht“) auszubremsen. Diese Manöver schlug jedoch fehl, denn niemand wollte sich auf der Bremse ein Blöße geben, und Michail musste mittels einer Notbremsung eine Kollision verhindern. Das Resultat war ein spektakulärer Abflug kurz vor dem Ziel, bei dem der Norddeutsche unsanft auf dem Rücken aufprallte. Glücklicherweise zog er sich nur Prellungen und Abschürfungen zu. Sieger des Rennens wurde der Lokalmatador Bendsneyder. Mit nur einem Zieleinlauf in fünf Rennen steht Michail jetzt nur auf dem 17. Rang der Tabelle. Das nächste Rennen findet vor heimischem Publikum auf dem Sachsenring im Rahmen des großen Preises von Deutschland statt.

 

Aris Michail in der Luft

In der Geert Timmer Bocht, der Schikane vor dem Ziel, fliegt Aris Michail (#7) spektakulär von seiner Maschine ab, daneben Darryn Binder (#40, Südafrika) und Toprak Razgatlioglu (#54, Türkei)

(Copyright: GEPA pictures/ Gold and Goose/ Gareth Harford)