Saisonfinale im Moriwaki Cup

Beim Saisonfinale des europäischen Honda Moriwaki 250 Junior Cups in Brünn/Tschechien konnte sich Philipp Freitag mit einem sechsten Platz im ersten und einem dritten Platz im zweiten Lauf den vierten Rang im Gesamtklassement sichern. Er ist damit der beste deutsche Fahrer dieser Nachwuchsmeisterschaft. Leon Czichos konnte an seine guten Leistungen der letzten Rennen anknüpfen und erzielte im ersten Lauf den neunten und im zweiten Lauf einen hervorragenden vierten Platz. In der Gesamtwertung schaffte er es als Rookie auf Rang neun.

 

Moriwaki Cup Brünn

Philipp Freitag (#49) und Leon Czichos (#79) in einer Gruppe mit Peetu Paavilainen (FIN, #112), Filip Salac (CZE, #4), Jarno Kausch (CH, #41), Adolfo Delgado (MEX, #19) und Marcel Brenner (CH, #46)
(Foto: Okruhari.CZ)

 

30.09.2014 – Moto Nord Pilot Philipp Freitag reiste von einer Erkältung angeschlagen nach Tschechien und fuhr zum ersten Mal auf dem 5,4 km langen GP-Kurs „Automotodrom Brno“, der in einem Waldgebiet am Westrand der Stadt Brünn liegt. Sein Vereinskollege Leon Czichos hatte zwar auf dem Kurs trainieren können, musste sich aber als Rookie zahlreichen Piloten mit zwei- bis dreijähriger Cup-Erfahrung stellen.

Das Wetter in Brünn zeigte sich von seiner schönsten Seite: Während das freie Training noch unter halbnassen Bedingungen stattfand, wurde es immer freundlicher, und es blieb danach durchweg trocken. Im ersten Qualifikationstraining kämpfte Freitag mit einer untersteuernden Maschine und geriet dadurch sogar von der Strecke ab. Dabei beschädigte er seine Hinterradfelge, die anschließend ausgetauscht werden musste. Auf Position neun liegend ging er mit einer überarbeiteten Abstimmung und frischen Reifen in das zweite Qualifikationstraining und landete am Ende auf Position vier hinter dem Pole-Setter Patrik Pulkkinen aus Finnland, dem Lokalmatador Filip Salac und Jarno Kausch aus der Schweiz. Leon Czichos schaffte es mit Startplatz neun in die dritte Startreihe.

Am Ende des Qualifikationstrainings herrschte Verwirrung in der Box, als Philipp Freitag nicht von der Strecke zurückkehrte. Wie sich später herausstellte, hatte in der Auslaufrunde plötzlich der Motor seiner 250ccm-Rennmaschine ausgesetzt. Freitag musste abgeschleppt werden, weil sich die Maschine nicht wieder starten ließ. Auch in der Box konnte das Problem nicht behoben werden, daher wurde in Windeseile ein Ersatzmotorrad für das anstehende erste Rennen vorbereitet. Dank der Hilfe des erfahrenen Renningenieurs Niels Reijnders von Ten Kate Racing gelang dies dann gerade noch rechtzeitig vor dem Aufruf zum Rennen.

Trotz eines unbeabsichtigten Wheelies gelang Freitag ein ordentlicher Start, und er bog als Dritter hinter Salac und Pulkinnen in die erste Kurve ein. Nachdem er Salac passiert hatte, konnte er Pulkkinen zunächst einigermaßen folgen, auch wenn dieser sich allmählich abzusetzen begann. Pulkkinen und Freitag distanzierten die entstandene acht Mann starke Verfolgergruppe, angeführt von dem Gaststarter Peetu Paavilainen (FIN), und Freitag schien ab der dritten Runde mit einem Rückstand von einer Sekunde auf Pulkkinen und einem Vorsprung von zwei Sekunden auf Paavilainen einem sicheren zweiten Platz entgegenzufahren. Als aber Freitag nach einigen Runden an Tempo verlor und die Verfolger zulegten, schmolz der Vorsprung dahin. In der vorletzten Runde wurde er schließlich eingeholt und dann wie auf dem Präsentierteller attackiert. Er überquerte die Ziellinie innerhalb der Gruppe, von der sich nur Paavilainen etwas lösen konnte, knapp hinter Salac, Kausch und Adolfo Delgado (MEX) als enttäuschter Sechster. Leon Czichos fuhr hauchdünn hinter Marcel Brenner (CH) und Kevin Orgis (D, ADAC Sachsen Leistungszentrum) als Letzter der Gruppe mit einem Vorsprung von 16 Sekunden auf den Briten Dan Jones über die Ziellinie.

Für das zweite Rennen wurde Freitags Fahrwerk härter abgestimmt, in der Hoffnung diesmal so mit Pulkkinen besser mithalten zu können. Es kam aber anders: Freitag konnte diesmal mit seinem Start nicht den Verfolgern enteilen und fand sich mitten in einer neun Mann starken Gruppe wieder, während vorne Pulkkinen erneut die Flucht gelang. Czichos lag gegen Rennende hinter Paavilainen auf einer sensationellen  dritten Position. Schließlich wurde er aber in der letzten Runde von seinem Vereinskollegen Freitag überholt, der damit den ersehnten Podestplatz erobern konnte. In der Meisterschaft bedeutet dies den vierten Gesamtrang für Philipp Freitag.

 

Podium zum zweiten Lauf in Brünn

Podium zum letzten 250 Junior Cup Lauf 2014 (v.l.n.r.): Peetu Paavilainen (FIN, 2.), Patrik Pulkkinen (FIN, 1.), Philipp Freitag (D, 3.)

 

Leon Czichos

Leon Czichos und sein Vater freuen sich über den hervorragenden vierten Platz

 

Filip Salac, der bis zum letzten Rennen die Meisterschaft angeführt hatte, patzte mit einem Sturz vor heimischem Publikum, und obwohl er das Rennen wieder aufnehmen konnte, verlor er so den sicher geglaubten Titel an Patrik Pulkinnen. Drittplazierter in der Endwertung wurde Jarno Kausch.

 

Meisterschaftsendstand im Honda Moriwaki 250 Junior Cup 2014:

 

1.   (247)           Patrik Pulkkinen (FIN)

2.   (243)           Filip Salac (CZE)

3.   (182)           Jarno Kausch (CH)

4.   (171)           Philipp Freitag (D)

5.   (160)           Marcel Brenner (CH)

6.   (140)           Kevin Orgis (D)

7.   (123)           Adolfo Delgado (MEX)

8.   (116)           Vasco van der Valk (NL)

9.   (101)           Leon Czichos (D)

10.  (74)            Sander Kroeze (NL)

11.  (70)            Dan Jones (GB)

12.  (64)            Notis Papapavlou (GR)

13.  (63)            Lukas Tulovic (D)

14.  (60)            Sébastien Fraga (CH)

15.  (38)            Máté Lasczko (H)

16.  (34)            Tomás de Vries (NL)

17.  (26)            Alberto Nicoletti (I)

18.  (21)            Nic Liminton (AUS)

19.  (10)            Ricardo Picciuto (I)

20.   (7)             Marcelis Bezulski (PL)

21.   (4)             Jaron Nooren (NL)

22.   (0)             Dominik Stefanowski (PL)

23.   (0)             Milan Jablan (CAN)