Aufholjagden der Moto Nord Piloten in Zolder

Beim zweiten IDM-Wochenende auf dem belgischen Circuit Zolder konnte Manou Antweiler im Yamaha R6-Cup von der Pole Position aus in Führung gehen und scheinbar seinem zweiten Sieg entgegenfahren. Doch es kam anders: Nach einem Sturz musste er sich durch das Feld kämpfen.

Philipp Freitag startete auf einer 125 ccm 2-Takt-Maschine im Rahmen der IGK. Auch er war Schnellster in seiner Klasse, doch die Starts beider Rennen missglückten, und auch er musste sich von hinten durchkämpfen.

 

Manou Antweiler

Manou Antweiler (#17) in Führung liegend (Foto: Felix Wiessmann)


19.05.2015 – Circuit Zolder ist eine Traditionsrennstrecke, auf der früher auch Formel1-Rennen ausgetragen wurden. Der fast exakt 4 km lange, sehr abwechslungsreiche Kurs ist eine Mutstrecke, die schnelle Kurven, starke Anstiege und Gefälle sowie anspruchsvolle Schikanen zu bieten hat. Am Ende der Zielgeraden fahren die Top-Piloten haarscharf an der Boxenmauer vorbei, um optimal in die erste Kurve einzubiegen. Mut hat Manou Antweiler (Bienenbüttel) zur Genüge und sicherte sich mit einer 1’38,9“ die Pole Position im Yamaha-R6-Dunlop-Cup. Eine Runde lang führte er das Rennen nach dem Start an, dann klappte ihm in der zweiten Runde in der Schikane vor Start-Ziel das Vorderrad ein und er ging zu Boden. Glücklicherweise war nur der Kupplungshebel verbogen, so dass er sofort wieder aufspringen und dem Feld hinterhereilen konnte. Die Aufholjagd war spektakulär: Antweiler schnappte sich einen Gegner nach dem anderen und wurde auf Platz zehn liegend durch einen vorzeitigen Rennabbruch gestoppt, als er gerade den Sachsen Arnaud Friedrich im Visier hatte. Grund für den Abbruch in der vorletzten Runde waren drei gestürzte Piloten. Antweiler hatte bis dahin mit einer 1’37,9“ die schnellste Runde auf seinem Konto und nimmt sechs Zähler mit. Die Führung in der Meisterschaft hat er an Maurice Ullrich verloren, der sich den Sieg vor dem Polen Adrian Pasek (Team Freudenberg) sichern konnte.

 

Da die IDM wegen des in Belgien vorgeschrieben Mindestalters von 15 Jahren ohne die Moto3 Klasse in Zolder gastierte, wechsele Philipp Freitags Team Koch Renn­sport kurzerhand die Klasse und trat im Rahmen der „Interessengemeinschaft Königsklasse“ mit Zweitaktmaschinen an. Philipp Freitag (Buchholz in der Nordheide), der nach zwei ausgezeichneten Qualifying-Sessions mit Bestzeiten in seiner Klasse aus der ersten Reihe des gesamten Feldes startete, kam zwar in der Aufwärmrunde des ersten Rennens bei der Generalprobe gut vom Platz weg, musste aber beim eigentlichen Start wegen eines Drehzahleinbruchs fast das komplette Feld mit seinen 125er, 250er und 500er Zweitakt­maschinen vorbeiziehen lassen. Teamchef Frank Koch nahm ebenfalls an den Rennen teil und pilotierte eine Honda RS250. Er stand beim Start direkt hinter Freitag und hatte nicht damit gerechnet, dass dieser keine Fahrt aufnimmt, so dass er fast aufgefahren wäre. Nach der Notbremsung fand er sich am Ende des Feldes wieder. Beide starteten eine Aufholjagd und konnten im Laufe des Rennens noch die Plätze fünf (Koch) bzw. sechs (Philipp) unter den 24 Teil­nehmern erzielen, was jeweils den dritten Platz in ihrer Wertungsklasse bedeutete. Beim Start zum zweiten Rennen war für den Moto Nord Piloten ein Déjà-vu, denn wieder brach seine Motordrehzahl ein. Mit Wut im Bauch startete er eine beispiellose Aufholjagd und unterbot dabei mit einer 1’46,8“ seinen persönlichen Runden­rekord. Das Rennen beendete er nach einem Zweikampf mit Ex-GP-Fahrer und Urgestein Reiner Scheidhauer auf Platz zwei der 125er Wertungsklasse. Frank Koch fuhr als Gesamt-Vierter direkt hinter Freitag über den Zielstrich und wurde ebenfalls Zweiter in seiner Wertungsklasse. Im nächsten Rennen, das am 14. Juni auf dem Nürburgring statt­findet, steht Freitag wieder mit seiner Honda NSF250 am Start.

 

Philipp Freitag

Philipp Freitag bei der Siegerehrung (Foto: Nico Schneider)