Hitzeschlacht in Ungarn

In einer Hitzeschlacht auf dem Hungaroring nahe Budapest leisteten die Moto Nord Piloten Schwerstarbeit und konnten sich dabei sehr gut in Szene setzen: Manou Antweiler kämpfte im Yamaha-R6-Dunlop-Cup bis zur letzten Kurve um den Sieg und wurde Zweiter. Auch Philipp Freitag hatte Siegchancen in der Moto3 Standard-Klasse und kämpfte in einer Dreiergruppe mit den Piloten des Freudenberg-Teams. Am Ende zog er den Kürzeren und wurde Dritter.

 

 

Manou Antweiler und Lukas Tulovic

Manou Antweiler (#17) im Zweikampf mit Lukas Tulovic (#3) (Foto: Felix Wiessmann)


08.07.2015 – Das IDM-Rennwochenende in Ungarn fand auf dem 4,4 km langen Hungaroring  nordöstlich von Budapest statt. Der anspruchsvolle Kurs ist eine auf die Formel-1 ausgerichtete Berg- und Talbahn mit extrem kurzen Bremszonen und nur einer langen Geraden. Alle Piloten hatten mit den extremen Temperaturen zu kämpfen, am Rennsonntag erreichte die Lufttemperatur einen Wert von 38 °C. Im Yamaha-R6-Dunlop-Cup startete Manou Antweiler (Bienenbüttel, Team Bergau/Fuhrmann Motor) mit der fünftbesten Qualifikationszeit aus der zweiten Reihe. Nach dem Start gab es in der ersten Kurve eine Kollision. Es gab glücklicherweise keine Verletzten, doch einige Fahrer konnten das Rennen nicht fortsetzen. Polesetter Colin Rossi (CH) fiel dadurch zurück und stürzte bei der anschließenden Aufholjagd. Die Führung übernahm Lukas Tulovic (Eberbach, Team Freudenberg), verfolgt von Antweiler. Dem Norddeutschen gelang es, die zwischenzeitlich auf zwei Sekunden angewachsene Lücke zu schließen und Tulovic in der letzten Runde massiv zu attackieren. Der Moto Nord Pilot ging in der allerletzten Kurve querstehend volles Risiko ein, doch es reichte nicht: Tulovic holte seinen ersten Sieg. In der Meisterschaft konnte Antweiler den Abstand zu Maurice Ullrich (Wörrstadt, Team DMV/Pepe-Tuning/Romero) auf zehn Punkte verkürzen, denn Ullrich musste an dem Wochenende auf seinen Stammmechaniker verzichten, war mit der Abstimmung seiner Maschine nicht glücklich und landete „nur“ auf Platz fünf.

 

Siegerehrungen Hungaroring

Manou Antweiler                                                                         Philipp Freitag

(Foto: Felix Wiessmann)


Philipp Freitag, der an dem Rennwochenende seinen 18. Geburtstag feierte, kam mit dem Kurs gut zurecht, hatte aber in den Trainings nicht nur mit den hohen Temperaturen zu kämpfen, sondern zunächst auch Schwierigkeiten mit dem letzten Streckensektor: Während die Zeiten in den Sektoren 1 und 2 auf dem Niveau der Spitze lagen, fand der Buchholzer für Sektor 3 anfangs kein gutes Rezept und verlor eine ganze Sekunde auf die Spitze. Im Qualifying landete er damit auf dem siebten Gesamtrang bzw. Rang fünf in der Standard-Klasse. Team-Chef Frank Koch entschied, die Übersetzung auf den letzten Sektor zu optimieren und leichte Nachteile in den ersten beiden Sektoren bewusst in Kauf zu nehmen. Das Rennen begann für den Norddeutschen perfekt: Freitag gewann den Start und führte innerhalb der Standard-Klasse bis zur fünften Runde, dann übernahm Tim Georgi (Freudenberg Racing Team) die Führung. Die Positionen eins und zwei wechselten später noch zweimal zwischen Freitag und Georgi. In der vorletzten Runde schob sich Matthias Meggle, der zweite Freudenberg-Pilot, zwischen Freitag und dem in Führung liegenden Georgi. Die drei überquerten schließlich die Ziellinie innerhalb von 0,7 Sekunden mit fast 15 Sekunden Abstand zum Viertplatzierten, dem Dänen Simon Jespersen.

 

Philipp Freitag vor Tim Georgi

Philipp Freitag (#49) vor Tim Georgi (#7) (Foto: Nico Schneider)


Moto Nord Pilot Leon Czichos (Stadland) hatte beim Start leider Schwierigkeiten mit seiner Kupplung. Das Rennen beendete er auf Platz fünf innerhalb der Standard-Klasse.

 

Das kommende Moto3 Rennen wird im Rahmen des Großen Preises von Deutschland ausgetragen und zählt nicht nur für die IDM, sondern wurde zusätzlich auch zur Moto3-Nordeuropa-Meisterschaft erklärt.