Zwei zweite Plätze für Moto Nord in Schleiz

In Schleiz konnten die Moto Nord Piloten Manou Antweiler (Yamaha-R6-Cup) und Philipp Freitag (IDM Moto3 Standard) in ihren Klassen bis zuletzt um den Sieg kämpfen. Beide passierten die Ziellinie dann jeweils knapp als Zweiter. Leon Czichos konnte wegen eines Schlüsselbeinbruchs nicht antreten.

 

05.08.2015 – Die Veranstaltung auf dem legendären Schleizer Dreieck, einer 3,8 km langen Naturrennstrecke im thüringischen Vogtland fand bei bestem Wetter statt und lockte knapp 35.000 motorradbegeisterte Zuschauer an. Der anspruchsvolle Kurs hat das Flair eines Straßenrennens: In einer Berg- und Talfahrt huschen Bäume, Häuser, Wiesen und Felder an den Fahrern vorbei. Die Volksfeststimmung wurde leider von einem tödlichen Trainingsunfall in der „Suzuki Gladius Trophy“ überschattet.

 

Antweiler vor Ullrich

Manou Antweiler (#17) im Zweikampf mit Maurice Ullrich (#112) (Foto: Felix Wiessmann)

 

Manou Antweiler (Bienenbüttel, Team Bergau/Fuhrmann Motor) reiste wegen der Hochzeit seiner Schwester erst am Freitagabend an und musste daher auf das freie Training verzichten. Trotzdem konnte er im Qualifying Startposition zwei herausfahren. Nach dem Start führte zunächst Polesetter Lukas Tulovic (Eberbach, Team Freudenberg/MoBikes) das Feld an, dieser musste aber schon bald wegen eines technischen Defekts aufgeben. Darauf setzte sich Maurice Ullrich (Wörrstadt, Team Pepe-Tuning/Romero) an die Spitze, dicht gefolgt von Antweiler. Die Führung wechselte mehrfach zwischen den beiden. In den letzten Runden legte der Wörrstadter nach, doch Manou Antweiler blieb dran. Dem Norddeutschen machte die Rundenanzeige einen Strich durch die Rechnung: Er sah auf der Zielgeraden die zwei auf der Rundenanzeige, wähnte sich deshalb in der vorletzten Runde und wartete mit seiner Schlussattacke, doch tatsächlich galt die Anzeige für die zu dem Zeitpunkt noch etwas entfernten Überrundeteten. Mit einem Hauch von knapp sieben Hundertstel hinter Ullrich überquerte er den Zielstrich als Zweiter. Verständlicherweise ärgerte er sich über das Missverständnis, das ihn fünf Punkte in der Meisterschaft auf Tabellenführer Ullrich kostete. Der neue Punktestand sieht wie folgt aus: 1. Maurice Ullrich (106), 2. Manou Antweiler (91), 3. Lukas Tulovic (57)

 

Freitag vor Meggle

Philipp Freitag (#49) im Zweikampf mit Matthias Meggle (#21) (Foto: Nico Schneider)

 

Das Schleizer Dreieck war für Philipp Freitag (Buchholz in der Nordheide, Team F. Koch Rennsport & Hannes Allwardt) neu – wie bislang alle Strecken in dieser Saison. Dementsprechend groß waren die Fortschritte in den Rundenzeiten von Training zu Training. Am Ende qualifizierte er sich für Platz vier unter den Moto3 Standard-Piloten mit einer Rundenzeit, die weniger als zwei Zehntel über der des Trainingsschnellsten lag. Das Rennen fand bei hochsommerlichen Temperaturen statt, und wie erwartet zogen vorne die leistungsstärkeren GP-Maschinen davon. Unter den Standard-Fahrern gewann der Simon Jespersen (Dänemark) den Start. Er konnte seine Führung aber nur eine halbe Runde lang behaupten und fiel durch einen Fehler zurück. Die Führung übernahm der Walid Soppe (Niederlande, Ernst Dubbink Eveno racing), gefolgt von Tim Georgi (Berlin, Team Freudenberg), Matthias Meggle (Reichholzried, Team Freudenberg) und Philipp Freitag. Zwischen Freitag und Meggle entbrannte ein Positionskampf, den Freitag zunächst für sich entscheiden konnte. Nachdem Soppe wegen eines Frühstarts eine Durchfahrtsstrafe erhielt, verblieb ein Rad an Rad kämpfendes Trio. Freitag konnte Georgi ausbremsen und die Führung übernehmen. Später musste er den äußerst entschlossen kämpfenden Meggle passieren lassen, der sich zuvor gegen Georgi durchgesetzt hatte. In der vorletzten Runde kam Georgi schließlich bei einer Überrundung nicht optimal vorbei, und es entstand eine kleine Lücke. Freitag plante eine finale Attacke aus dem Windschatten von Meggle heraus, doch die beiden liefen auf eine überrundete Pilotin auf, so dass ein Überholmanöver zu riskant war. So überquerte er den Zielstrich als Zweiter hinter Meggle, der seinen ersten Sieg feierte.

 

Moto Nord Pilot Leon Czichos war bei dem Rennen nicht am Start, weil er sich eine Woche zuvor bei einem Trainingssturz auf dem Schleizer Kurs das Schlüsselbein gebrochen hatte. Ebenfalls wegen eines Schlüsselbeinbruchs fehlte die deutsche Pilotin Jessica Langstädtler. Sie hatte sich diesen beim Qualifying auf dem Sachsenring zugezogen.